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12 Qualität

Qualität

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Ermittlung von besonders hochwertigen Quellen aus dem Web. Dabei wird angenommen, dass es für die Recherche von Bedeutung ist, aus welchen Quellen die Ergebnisse stammen und eine alleinige Qualitätsbewertung auf Dokumentebene nicht zielführend ist. Linktopologische Verfahren (Kap. 8) bewerten zwar Dokumente nach ihrer Qualität, sie setzen Qualität dabei aber im Wesentlichen mit Popularität gleich. Die in diesem Kapitel beschriebene Ansätze hingegen binden besonders wertvolle Quellen entweder manuell ein, versuchen Quellen, die für Suchmaschinen auf reguläre Weise nicht zugänglich sind, einzubinden, oder machen sich bereits bestehende Qualitätsbewertungen aus Web-Verzeichnissen zunutze.
Zuerst stellt sich natürlich die Frage, wie Qualität in Bezug auf Informationsquellen zu definieren ist. Hierbei wird ein pragmatischer Ansatz gewählt: Qualitätsquellen sind solche Quellen, die eine gewisse Mindestanzahl von Dokumenten enthalten und durch eine menschliche Bewertung „ausgezeichnet“ wurden. Damit wendet sich dieser Ansatz gegen die algorithmische Ermittlung von Qualität und sieht das menschliche Urteil als notwendig für die Qualitätsbestimmung an.
Der Fokus auf die Quellen anstatt auf die einzelnen Dokumente geht von den in Kap. 10 beschriebenen Verfahren der intuitiven Nutzerführung aus und damit von der Erweiterung der Recherche auf mindestens zwei Schritte: Der Suche und der anschließenden Verfeinerung der Anfrage. Mit den in diesem Kapitel diskutierten Verfahren soll im zweiten Schritt die Recherche auf besonders hochwertige Quellen eingeschränkt werden bzw. es soll auf entsprechende Quellen verwiesen werden. Die Suchmaschinen entfernen sich mit solchen Ansätzen von ihrem traditionellen Nachweis von Dokumenten und übernehmen zunehmend die Aufgabe der Web-Kataloge (also den Nachweis von Informationsressourcen) mit. Für den Nutzer bieten sie mit dem Verweis auf Quellen anstatt auf dem direkten Nachweis von Dokumenten einen neuen Sucheinstieg in nachweislich hochwertige Quellen.
Dem Nutzer soll mit solchen Verfahren die Möglichkeit gegeben werden, selbst zu bestimmen, ob er das komplette Informationsangebot aus dem Web nutzen möchte (also das, was in den regulären Trefferlisten angezeigt wird) oder ob er lieber nur einen Ausschnitt daraus (bzw. im Fall von Invisible-Web-Quellen eine darüber hinaus gehende Informationsmenge) abfragen möchte.
Teile dieses Kapitels geben die in Lewandowski (2005b) beschriebenen Ergebnisse wieder.

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