
Dass das Web eine extrem heterogene Dokumentenkollektion darstellt, wurde bereits
in Kap. 3 diskutiert. Damit einher geht, dass nicht alle Dokumente als gleich
vertrauenswürdig angesehen werden können. Suchmaschinen schließen
auf der einen Seite Dokumente vollständig aus dem Index aus (Spam), andererseits
sind Dokumente zwar zu finden, werden aber aufgrund ihrer mangelnden Qualität
niedriger bewertet als andere Dokumente. Problematisch ist die Qualitätsbewertung
auf der Dokumentebene, da sie die teils unumstrittene Autorität gewisser
Quellen nur unzureichend berücksichtigen kann (vgl. Mandl 2003a).
Die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit der Quellen bzw. Dokumente wurde
bereits in Kap. 8 gestellt. Die von den Suchmaschinen angebotene Lösung
der Qualitätsbewertung mittels linktopologischer Verfahren wurde gewürdigt,
als alleiniger Lösungsansatz jedoch als unbefriedigend angesehen. Wie im
Gesamt des in den Kapiteln 11-13 vorgestellten Verbesserungsansatzes für
Web-Suchmaschinen soll der Nutzer auch hier zentral sein: Ihm soll eine erweiterte
Steuerungsmöglichkeit gegeben werden, um zu den für ihn in seiner
momentanen Situation passenden Ergebnissen zu gelangen. Damit kann auch das
dringend benötigte Vertrauen in die Suchmaschinen (Lynch 2001) verbessert
werden: Wird dem Nutzer selbst die Entscheidung zwischen den Polen Top-Quellen
und Vollständigkeit ermöglicht, so wird der Recherchevorgang selbst
transparenter.